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Vorwort Gemeindebrief

Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf das Warten auf Christus

2. Thessalonicher 3,5

Monatsspruch November

Wir wünschen einander gerne Gutes. Und meistens drücken wir das so aus, dass wir uns den

Segen Gottes zusprechen. Dabei haben wir vor Augen, dass Gott sich dem anderen in seiner

Gnade und mit seinem ganzen Wohlwollen zuwenden mag und der Mensch so von Gott

Gutes erfährt.

Paulus wünschte den Thessalonichern auch alles Gute. Aber er drückt das anders aus. Er

wünscht den Christen dort nicht, dass Gott sich ihnen zuwendet. Er wünscht den Menschen,

dass sie sich auf Gott ausrichten, auf seine Liebe und auf das Warten auf Christus.

Ist das jetzt nur Haarspalterei? Nein, ich denke nicht.

Wo hakt es denn, wenn in unserem Leben etwas neben der Spur läuft? Mag Gott dann

gerade nicht helfen? Oder kommt er an seine Grenzen? Nein, das kommt nicht vor! Gott hat

in Christus alles bereits getan, was nötig ist, dass wir im Leben das Beste empfangen. Und

Paulus fragt an anderer Stelle, wie Gott uns, nachdem er einmal so weit gegangen ist, nicht

auch alles andere schenken sollte. ER ist jederzeit bereit, uns Gutes zukommen zu lassen,

und er hat davon in einer solchen Fülle, dass wir das nie werden ausschöpfen können. An

IHM liegt es nicht.

Wenn es hakt, dann bei uns! Wir verlieren ihn so oft aus dem Blick. Wir haben kein Vertrauen

in seine Größe und Macht. Wir schwanken in unseren Herzen, ob er uns wirklich liebt. Wenn

wir nach unserem Bekenntnis gefragt werden, dann wissen wir ganz klar, dass er in Christus

alles für uns getan hat. Aber in unserem Alltag geht das trotzdem so furchtbar oft unter. Da

lassen wir uns noch viel zu oft dieser Gewissheit berauben, so dass Gott nicht mehr in der

Mitte ist.

Und genau da setzt Paulus an. Wenn Gott nicht das Problem ist, sondern wir selber, dann ist

es doch das Beste, wir wünschen uns, dass wir IHN nicht aus dem Blick verlieren. Dann ist

das Gute doch das, was UNS hilft, bei ihm zu bleiben: „Der Herr aber richte eure Herzen aus

auf die Liebe Gottes und auf das Warten auf Christus.“

Das Wunderbare dabei ist, dass, auch wenn wir angesprochen sind, sich bei uns etwas tun

muss, damit wir das Gute empfangen können, wir nicht aufgefordert sind, etwas zu tun! Nein,

darum geht es gar nicht. Paulus wünscht uns, dass unsere Herzen ausgerichtet werden auf

die Liebe Gottes. SEINE Liebe soll mein Herz immer wieder ausfüllen, mich durchfluten, mein

Fühlen und Denken durchdringen. Weil, wenn das geschieht, ich von ganz alleine allen Raum

schaffe, der in meinen Möglichkeiten liegt, IHM nahe zu sein. Zu dem, der mich liebt, bin ich

ganz von alleine hingezogen. Denk mal an die Zeit deines großen Verliebtseins.

Und dazu passt der zweite Wunsch: dass wir ausgerichtet werden auf das Warten auf

Christus. Eben nicht auf unsere Kraft. Auf unser TUN. Sondern auf IHN, der für uns eintritt.

Dass wir vertrauen können, dass ER handelt, auch wenn das nicht unmittelbar eintritt

oder anders aussieht, als wir uns das vorstellen.

Wenn wir uns wünschen, dass Gott uns Gutes tun möge, dann dürfen wir in Wahrheit immer

wissen: Dieses Gute, das hat er längst schon getan. Darum ist es gut, die Perspektive zu

wechseln und auf uns zu schauen, denn - ganz genau – wir sind es, die Schwierigkeiten

damit haben, das zu glauben. Darum wünscht Paulus den Thessalonichern: Der Herr aber

richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf das Warten auf Christus.

Euer Karsten Stephan

Gottesdienst

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Seid barmherzig,
wie auch euer Vater
barmherzig ist.
Lk. 6,36